bad e.V. nimmt Stellung zur Forderung nach einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Pflege:
„Kein Mittel, um den Pflegefachkräftemangel effektiv zu bekämpfen, noch die Einkommenssituation deutlich zu verbessern!“
Essen, 12. Oktober 2018. Die Pflege in Deutschland leidet derzeit darunter, dass zu wenige Pflegefachkräfte zur Bewältigung eines jetzt schon großen und zukünftig noch steigenden Bedarfs an ambulanter und (teil-)stationärer Pflege zur Verfügung stehen. Nicht nur, dass die Versorgung pflegebedürftiger Menschen hierdurch zunehmend in Mitleidenschaft gezogen wird, der beschriebene Fachkräftemangel bewirkt auch, dass die Belastung auf die vorhandenen Pflegekräfte so hoch ist, dass die Attraktivität des Berufsbilds insgesamt darunter leidet.
Die öffentliche Diskussion, wie diesem Missstand abgeholfen werden kann, fokussierte sich in jüngster Vergangenheit dabei auf den Aspekt der Verdienstmöglichkeiten in der Pflegebranche. In diesem Zusammenhang wurde u.a. von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass versucht werden solle, dem Problem mit Hilfe eines flächendeckend in der Pflege geltenden Tarifvertrags Herr zu werden.
Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V., der die Interessen von deutschlandweit rund 1000 zumeist privat geführten Pflegeinrichtungen vertritt, unterstützt grundsätzlich, zur Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe u.a. auch das Lohnniveau von Pflegekräften zu verbessern. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag in der Pflege ist nach Auffassung des bad e.V. jedoch das falsche Mittel, um die angestrebten Ziele zu erreichen. „Wir warnen vor dem Schaden, der aus diesem Instrument erwachsen könnte, das weder den Pflegefachkräftemangel effektiv bekämpft, noch die Einkommenssituation der Pflegekräfte deutlich verbessert. Wir haben dagegen konkrete Vorschläge, wie die mit dem Tarifvertrag verbundenen Absichten effizienter, rechtssicherer und mit geringerem wirtschaftlichen Risiko – aber ebenso verbindlich, wie durch einen Tarifvertrag – realisiert werden könnten“, erklärt bad-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kapp.
Die Bedenken, Vorschläge und Argumente hat der bad e.V. – auf Grundlage eines breiten Konsens innerhalb des Verbands – in einem „Positionspapier“ zusammengefasst, das oben auf der Startseite der Homepage heruntergeladen werden kann.
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