Nicht nur schädlich – sondern auch schlecht recherchiert!
bad e.V. kritisiert Focus-Bericht „Wie die Pflege-Mafia unser marodes System ausnutzt – und uns allen schadet“
Essen, 16.05.2024 Der Focus-Bericht vom 14.05.2024 „Wie die Pflege-Mafia unser marodes System ausnutzt – und uns allen schadet“ verunglimpft und diffamiert in polemischer sprachlicher Form und zu Unrecht eine ganze Branche. Neben den häufig unsachlichen, kritischen Bewertungen des Autors lässt der Artikel ausschließlich weitere scharfe Kritiker zu Wort kommen und verzichtet auf eine ausgewogene und differenzierte Berichterstattung, offensichtlich mit dem Ziel einer dramatischen Skandalisierung.
„Das so in dem Artikel gezeichnete Bild von der Pflege ist falsch. Es suggeriert, dass professionelle Pflege von Angst, Betrug und einem hohen Maß an menschenverachtender Kriminalität dominiert werde. Das Gegenteil ist der Fall! Der überwiegende Teil sowohl der pflegebedürftigen Menschen, die professionell pflegerisch versorgt werden, als auch der Pflegeeinrichtungsbetreiber und Pflegekräfte, sind rechtstreue Menschen, die jeden Tag mit großem Engagement Ihr Bestes geben“, betont Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e.V.
Kapp sieht die Branche mal wieder unter Generalverdacht und wirft die Frage auf, was das Ziel dieses Artikels ist: „Der Fokus wird ausschließlich auf die wenigen, aber zugegeben spektakulären Fälle gelegt, die als „schwarze Schafe“ anzusehen sind. Das wird der Realität in der Pflege nicht gerecht, schürt bei pflegebedürftigen Menschen unbegründete Ängste und schreckt Menschen zu Unrecht davon ab, einen Beruf in der Pflege zu ergreifen.“
Falsch ist aus unserer Sicht die Darstellung, dass Betrugskontrollen nicht bzw. nicht effektiv möglich seien. Die im Bericht angesprochenen Beispiele von kriminellen Aktivitäten, die erfolgreich aufgedeckt wurden, belegen dies bereits ein Stück weit. Abrechnungen von Pflegeeinrichtungen werden auf ihre Berechtigung geprüft, das zeigen die vielen Fälle von Rechnungskürzungen, wenn den Kostenträgern Rechnungsinhalte nicht plausibel sind. Auch wird die Abrechnung immer digitaler, schon lange sieht das Gesetz die Abrechnung von Pflegeleistungen in maschinell lesbarer Form vor und mit der Anbindung an Telematik-Infrastruktur werden die Pflegeeinrichtungen immer transparenter. Abrechnungsprüfungen finden mindestens in den einmal jährlich durchzuführenden Qualitätsprüfungen in allen ambulanten Pflegeeinrichtungen statt. Damit wird die professionelle Pflege schon heute stärker überwacht, als die meisten anderen Branchen. Qualitätsprüfungen können zudem regelmäßig aufdecken, wenn Pflegeleistungen nicht erbracht wurden und der pflegerische Zustand deshalb entsprechend negativ ist. „Kriminelle müssen enttarnt werden und sich rechtlich verantworten. Daher sind Kontrollmechanismen natürlich wichtig; sie sind in der Pflege aber auch ausreichend vorhanden, um dieses Ziel zu erreichen“, so Kapp weiter.
Schließlich mahnt Kapp: „Einzelne Negativbeispiele dürfen aber nicht zum Anlass genommen werden, um die professionelle Pflege unter einen ungerechtfertigten Generalverdacht zu stellen, wenn wir Wert darauf legen, in Zukunft noch Pflegekräfte in ausreichender Zahl zu haben.“
Kontakt
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V.
Andrea Kapp, RA‘in
Bundesgeschäftsführerin, Qualitätsbeauftragte (TÜV)
Zweigertstr. 50
45130 Essen
Tel: 0201/354001
a.kapp@bad-ev.de
Über den bad e. V.
Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V. mit seinem Hauptsitz in Essen wurde 1988 gegründet. Er vertritt die Interessen von bundesweit über 1.500 zumeist privat geführten Pflegediensten und -einrichtungen und stellt damit einen der großen Leistungserbringerverbände in der Wachstumsbranche Pflege und Betreuung dar.
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