Pflegekammer-Befragung in Rheinland-Pfalz: Landesvorstand des bad e. V. kritisiert kurzen Zeitraum und fehlende Unabhängigkeit
Der Landesvorstand Rheinland-Pfalz des Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V. übt deutliche Kritik an der aktuell laufenden Mitgliederbefragung zur Zukunft der Pflegekammer Rheinland-Pfalz. Der Befragungszeitraum von weniger als zehn Arbeitstagen werde der Bedeutung des Themas nicht gerecht.
„Der Zeitraum ist unverhältnismäßig kurz bemessen. Es entsteht der Eindruck, dass keine vollumfängliche und repräsentative Beteiligung gewollt ist“, so der Landesvorstand des bad e. V. Rheinland-Pfalz.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Befragung von der Pflegekammer selbst durchgeführt wird. „Transparenz und Neutralität sehen anders aus. Die Befragung wird von der Kammer gesteuert – das ist kein unabhängiges Verfahren“, heißt es weiter.
Hinzu kommt, dass die Kammer in den letzten zehn Jahren vor allem durch das umstrittene Einziehen von Mitgliedsbeiträgen aufgefallen sei. „Die Mitglieder verbinden mit der Kammer bis heute vor allem Beitragsbescheide statt einer Verbesserung ihrer beruflichen Situation“, kritisiert der Landesvorstand das bisherige Vorgehen der Berufsvertretung.
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Auch inhaltlich sieht der bad-Landesvorstand klare Defizite bei der Umfrage. „Wenn nicht einmal eine klare Ja/Nein-Frage zum Fortbestand der Kammer enthalten ist , stellt sich die Frage, wie ernsthaft diese Befragung wirklich gemeint ist“, betont der Landesvorstand.
Trotz der Kritik ruft der Landesvorstand die bad-Mitglieder sowie die bei diesen beschäftigten Pflegefachkräfte dazu auf, an der Befragung teilzunehmen – auch jene, die mit der bisherigen Arbeit der Pflegekammer unzufrieden sind.
Kontakt
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V.
Andrea Kapp, RA‘in
Bundesgeschäftsführerin
Qualitätsbeauftragte (TÜV)
Zweigertstr. 50
45130 Essen
Tel: 0201/354001
a.kapp@bad-ev.de
Über den bad e.V.
Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. mit seinem Hauptsitz in Essen wurde 1988 gegründet. Er vertritt die Interessen von bundesweit mehr als 1.500 zumeist privat geführten Pflegediensten und -einrichtungen und stellt damit einen der großen Leistungserbringerverbände in der Wachstumsbranche Pflege und Betreuung dar.
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