Pressemeldung 026-2025 – 29.09.2025

bad e.V. zu Streichplänen des Pflegegrads 1: „Kurzsichtig und verantwortungslos!“

Auf der Suche nach Lösungen, wie die für das Jahr 2026 prognostizierte Finanzierungslücke von rund zwei Milliarden Euro in der gesetzlichen Pflegeversicherung geschlossen werden kann, werden innerhalb der Bundesregierung Kürzungsmaßnahmen diskutiert. Nach Medienberichten steht der Pflegegrad 1 auf dem Prüfstand und soll möglicherweise gestrichen werden. Die so erreichte Ersparnis – so die Berechnungen – könnte etwa 1,8 Milliarden Euro pro Jahr betragen.

Der bad e.V. verfolgt die aktuelle Diskussion mit Sorge und Empörung: „Die Abschaffung des Pflegegrads 1 ist nichts anderes als wieder einmal ein Kürzungsprogramm auf dem Rücken der Schwächsten, der Pflegebedürftigen in unserem Land. Statt die Finanzierung der Pflege nachhaltig zu sichern und endlich eine umfassende Pflegereform auf den Weg zu bringen, wird offenbar auch in dieser Legislaturperiode wieder nur ideen- und mutloses Stückwerk produziert“, sagt Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e.V.

Die Folgen einer solchen Kürzung wären gravierend: Der Pflegegrad 1 ist für hunderttausende Menschen ein entscheidender Einstieg in ihre pflegerische Versorgung. Wichtige Unterstützungsleistungen wie Beratung, Entlastungsbeträge, Hilfsmittel, Zuschüsse zum barrierefreien Wohnungsumbau und für einen Notrufknopf würden damit entfallen. Das Ziel, die Selbstständigkeit im Alter möglichst lange zu erhalten, werde so verfehlt.

Zudem drohe aus Sicht des bad e.V. diese Sparpolitik langfristig höhere Kosten zu verursachen: „Eine fehlende frühzeitige und präventive Unterstützung durch den Pflegegrad 1 hätte zur Folge, dass Betroffene noch schneller in höhere Pflegerade eingestuft werden müssen – und dementsprechend die finanzielle Belastung des Systems steigt“, mahnt die bad-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kapp.

Der bad e.V. fordert von der Bundesregierung und der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die Pläne zur Streichung des niedrigsten Pflegegrads vom Tisch zu nehmen und endlich ein stabiles Fundament zur Finanzierung der Pflege auf die Beine zu stellen. Andrea Kapp: „Eine derart kurzsichtige Sparpolitik, die zuerst an der Basis der Versorgung ansetzt, wäre schlicht verantwortungslos!”

 

Kontakt
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V.
Andrea Kapp, RA‘in
Bundesgeschäftsführerin, Qualitätsbeauftragte (TÜV)
Zweigertstr. 50
45130 Essen
Tel: 0201/354001
a.kapp@bad-ev.de

Über den bad e.V.

Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. mit seinem Hauptsitz in Essen wurde 1988 gegründet. Er vertritt die Interessen von bundesweit mehr als 1.500 zumeist privat geführten Pflegediensten und -einrichtungen und stellt damit einen der großen Leistungserbringerverbände in der Wachstumsbranche Pflege und Betreuung dar.

 

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