Pflegeeinrichtungen unter enormem Druck – bad e. V. fordert dringend breite Unterstützung durch die Politik!
Essen, 08.07.2022. Bereits seit Jahren befindet sich die Pflegebranche in einem stetigen Anpassungs- und Veränderungsprozess. Sei es die Umsetzung der „Tariftreuepflicht“ oder der einrichtungsbezogenen Impfpflicht, der sich zuspitzende Personalmangel oder die rasant steigenden Kosten im Betriebsalltag – die Pflegebranche kämpft derzeit an vielen Fronten gleichzeitig.
Zusätzlich erschwert wird diese Situation durch den Wegfall des „Pflegerettungsschirms“, die Absenkung der Refinanzierungsbeträge im Rahmen der Coronavirus-Testverordnung sowie die oftmals bestehende Verweigerungserhaltung der Kostenträger im Rahmen der Umsetzung der Tariftreue. „Die zahlreichen Rückmeldungen unserer Mitglieder lassen darauf schließen, dass der hierdurch erzeugte „Druck“ einen neuen Höchststand erreicht hat und sich viele Unternehmer und Unternehmerinnen von der Politik und den Kostenträgern im Stich gelassen fühlen,“ sagt Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e. V.
Der bad e. V. hat die derzeitige Situation zum Anlass genommen, einen weiteren Brief an den Bundesgesundheitsminister und die Gesundheitsminister der Länder zu richten, in dem detailliert dargelegt wird, worunter die Branche leidet und welche Forderungen an die Politik und das Bundesgesundheitsministerium sich daraus ergeben.
Insbesondere appelliert der bad e. V. eindringlich an die Verantwortlichen in der Politik, dem Versprechen, dass mit der Einführung der „Tariftreuepflicht“ selbstverständlich auch eine Refinanzierung der entstehenden Kosten erfolgen würde, nun auch Taten folgen zu lassen!
Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V. mit seinem Hauptsitz in Essen wurde 1988 gegründet. Er vertritt die Interessen von bundesweit über 1200 zumeist privat geführten Pflegediensten und -einrichtungen und stellt damit einen der großen Leistungserbringerverbände in der Wachstumsbranche Pflege und Betreuung dar. Ziel seiner Arbeit ist es, die Qualität und die Bedingungen der Leistungserbringung der ambulanten und stationären Pflege zu verbessern: und zwar gleichermaßen für die Unternehmen, die Pflegenden und die Pflegebedürftigen. Der bad e.V. mit seinen Landesorganisationen führt Verhandlungen unter anderem zu Vergütungsbedingungen für Pflegedienste und Pflegesätze für Heime. Der bad e. V. ist in den wichtigen Beratungsgremien in Berlin vertreten und wird zu Änderungen pflegerelevanter Gesetze angehört. Zudem müssen die Landesorganisationen zu geplanten Landesgesetzen und -vorschriften gehört werden. Diese haben seit der Föderalismusreform im Pflegebereich erheblich an Bedeutung gewonnen.
Kontakt
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V.
Andrea Kapp, RA‘in
Bundesgeschäftsführerin, Qualitätsbeauftragte (TÜV)
Zweigertstr. 50
45130 Essen
Tel: 0201/354001
a.kapp@bad-ev.de
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