Pressemeldung 017-2023

Häusliche Krankenpflege in Niedersachsen: Verhandlungen bisher ohne Ergebnis

Hannover, 18.10.2023 Auch nach einer sechswöchigen Verhandlungsphase sind die Gespräche zwischen Pflegeverbänden und Krankenkassenverbänden ohne Ergebnis geblieben. Jetzt sollen Spitzengespräche auf Vorstandsebene den Durchbruch bringen. Die Verbände privater Pflegeeinrichtungen hatten kürzlich Alarm geschlagen und sich zeitgleich mit einer Verhandlungsaufforderung für das Jahr 2024 an die niedersächsischen Krankenkassenverbände gewandt. Zwei Verhandlungstermine bleiben bislang ergebnislos.

In den beiden Verhandlungsterminen am 10.10.2023 und am 17.10.2023 konnte weder eine gegenseitige Annäherung erzielt werden, noch wurde seitens der Krankenkassen ein Gegenangebot vorgelegt. Somit sind seit der ersten Verhandlungsaufforderung der Verbände am 08.09.2023 sechs Wochen vergangen, ohne dass sich bislang eine Lösung abzeichnet.

Schlussendlich werden die Gespräche nun doch – so wie eingangs von den privaten Leistungserbringerverbänden eigentlich gefordert – auf die Vorstandsebene verlagert und damit zur „Chefsache“ erklärt. Die Verbände haben große Hoffnung, dass dies zeitnah passiert und fordern die Vorstände der Krankenkassen in Niedersachsen erneut auf, die ambulante Versorgung in Niedersachsen über den 31.12.2023 zu sichern.

Die Verbände der privaten Pflegeeinrichtungen bleiben dabei: Die formulierten und dargelegten Forderungen der Verbände sind zur Existenzsicherung der häuslichen Krankenpflege in Niedersachsen zwingend umzusetzen, damit die Pflegekräfte wieder ausreichend Zeit haben, um die medizinische Behandlungspflege zu erbringen.

Die derzeit bestehenden Vergütungen setzen vor allem die Pflegekräfte massiv unter Druck: In 127 Sekunden ankommen, klingeln, Patient:in begrüßen, Vorbereitungen treffen, einen Kompressionsstrumpf anziehen, Maßnahmen dokumentieren und verabschieden! So etwas ist inakzeptabel und führt zwangsläufig zu einer deutlichen Verschlechterung der häuslichen Krankenpflege. Auch weitere Betriebsaufgaben sind nicht auszuschließen.

Die wirtschaftliche Situation der ambulanten Pflegedienste im Land hat sich laut dem Ergebnis einer Umfrage der Verbände privater Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen unter ihren Mitgliedsbetrieben dramatisch verschlechtert. 84 Prozent der Pflegedienste plagen Existenzsorgen, 89 Prozent beklagen eine deutliche Unterfinanzierung ihrer Leistungen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Verbände der privaten Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen (LAG PPN) ist ein Zusammenschluss von: Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V., Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e. V. (ABVP), Arbeitsgemeinschaft Privater Heime und Ambulanter Dienste Bundesverband e. V. (APH), Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest e.V. (DBfK) und Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB). Ansprechpartner der LAG PPN ist Ralf Klunkert, Sprecher ambulant der LAGPPN, Telefon: 0511/28698-71, E-Mail: ralf.klunkert@vdab.de

Kontakt
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V.
Andrea Kapp, RA‘in
Bundesgeschäftsführerin, Qualitätsbeauftragte (TÜV)
Zweigertstr. 50
45130 Essen
Tel: 0201/354001

a.kapp@bad-ev.de

Über den bad e. V.
Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e. V. mit seinem Hauptsitz in Essen wurde 1988 gegründet. Er vertritt die Interessen von bundesweit über 1.500 zumeist privat geführten Pflegediensten und -einrichtungen und stellt damit einen der großen Leistungserbringerverbände in der Wachstumsbranche Pflege und Betreuung dar.

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