Das PNOG schürt Zukunftsangst!
2. Schließen die Tagespflegen, bleibt nur noch das Heim!
Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sorgt bei Mitgliedern des Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. für große Sorge.
Medina Akbarzada, Pflegedienstleitung (PDL) der Tagespflege des bad-Mitglieds Pflegezentrum Sonnenschein, warnt vor den Folgen geplanter Einschränkungen beim Entlastungsbetrag und der Verhinderungspflege: „Die absolute Mehrheit unserer Tagespflegegäste nutzt den Entlastungsbetrag nicht nur, um den Eigenanteil der anfallenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung tragen zu können, er ist tatsächlich der maßgebliche Faktor zur Bestimmung der Anzahl der möglichen Besuchstage.“
Nach ihren Erfahrungen orientieren sich Pflegebedürftige und Angehörige hierbei vor allem an den Kosten, die nach Ausschöpfung des Entlastungsbetrags verbleiben. „In den allerhäufigsten Fällen orientieren sich Gäste sowie deren Angehörige an dem noch zu zahlenden Betrag, welcher nach Ausschöpfung des Entlastungsbetrages übrigbleibt.“
Sorgen bereiten Akbarzada auch die möglichen Auswirkungen auf die Versorgung zu Hause: „Unsere Tagespflegebesucher können noch zuhause leben. Gut die Hälfte von ihnen werden zusätzlich von unserem ambulanten Dienst versorgt. Dazu gehört auch die hauswirtschaftliche Versorgung. Durch unsere Tagespflege können wir ebenfalls Essen auf Rädern anbieten, wodurch es diesen Gästen auch am Wochenende an nichts fehlt.“
Wer Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu Leistungen, finanziellen Hilfen und Entlastungsangeboten sicher beraten möchte, erhält in der Qualifizierung zum Pflegeberater/zur Pflegeberaterin auf der Grundlage von § 45 SGB XI praxisnahes Wissen für die Beratung im Pflegealltag. Jetzt informieren und Angehörige gezielt unterstützen.
Sollten Budgets gekürzt oder Leistungen gestrichen bzw. erschwert werden, drohen nach ihrer Einschätzung weitreichende Folgen:
„Die weitere Versorgung zu Hause wäre durch einen ambulanten Pflegedienst alleine nicht tragbar. Im schlimmsten Fall müssten Menschen ihr Zuhause aufgeben, um stattdessen stationär versorgt zu werden.
Wenn eine Reform eigentlich Verbesserungen herbeiführen, Fehler oder Missstände beseitigen soll, ist für uns nicht nachvollziehbar, wie die nun geplanten Einschränkungen, Kürzungen oder verkomplizierten Neuregelungen vertretbar sein können.“
„Herr Gesundheitsminister Linnemann, das PNOG macht unseren Mitgliedern berechtigterweise Angst“, so Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e.V.: „Wir wiederholen vor diesem Hintergrund nochmals gerne:
Es liegen konstruktive Vorschläge vor, die nicht zu solchen Verwerfungen führen! Statt Leistungen einzuschränken, müssen zunächst die eigentlichen Finanzierungsprobleme der Pflegeversicherung angegangen werden. Dazu gehören:
- die vollständige Erstattung der pandemiebedingten Aufwendungen der sozialen Pflegeversicherung durch den Bund,
- die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen, insbesondere der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende An- und Zugehörige, künftig aus Steuermitteln,
- eine Zusammenlegung oder ein fairer Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung,
- eine Reduktion der Anzahl der Kranken- und Pflegekassen sowie
- die Einführung einer freiwilligen gesetzlichen Pflegevollversicherung der SPV.
Das alles sind Möglichkeiten die finanzielle Basis der Pflegeversicherung zu stärken, ohne die Versorgung pflegebedürftiger Menschen und bestehender Strukturen zu gefährden. Wenn Politik verhindern will, dass Pflegebedürftige aus rein finanziellen Gründen auf stationäre Pflege angewiesen sind, statt zu Hause zu bleiben, müssen Sie jetzt nachbessern“, macht Kapp deutlich.
Kontakt
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V.
Andrea Kapp, RA‘in
Bundesgeschäftsführerin
Qualitätsbeauftragte (TÜV)
Zweigertstr. 50
45130 Essen
Tel: 0201/354001
a.kapp@bad-ev.de
Über den bad e.V.
Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. mit seinem Hauptsitz in Essen wurde 1988 gegründet. Er vertritt die Interessen von bundesweit mehr als 1.500 zumeist privat geführten Pflegediensten und -einrichtungen und stellt damit einen der großen Leistungserbringerverbände in der Wachstumsbranche Pflege und Betreuung dar.
Weitere Pressemeldungen, die Sie interessieren könnten
Pressemeldung 036-2026 – 03.09.2026
Podiumsdiskussion zur Zukunft der Pflege in Göttingen: „Die Einsicht, dass das PNOG verändert werden muss, ist da – jetzt müssen Taten folgen!“
Unter dem Titel „Fokus Pflege: Sind Versorgungslücken (un-)vermeidbar?“ diskutierten Andreas Kern, …
Pressemeldung 035-2026 – 02.09.2026
PNOG – Pflegeverbände demonstrieren Geschlossenheit und senden klares Signal an die Politik
Auf Einladung des Fachverlages Vincentz Network fanden sich am Montag, 31. August 2026, mehr als 40 Vertreterinnen und Vertreter von Pflege-, Träger- und Berufsverbänden zusammen, um über die geplante …
Pressemeldung 031-2026 – 27.08.2026
Das PNOG schürt Zukunftsangst!
5. Ambulante Pflege in Wohngemeinschaften zukünftig unbezahlbar?
Der Referentenentwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sorgt bei den Mitgliedern des Bundesverbandes Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. für Unruhe. Das Gesetzgebungsverfahren läuft …
Pressemeldung 030-2026 – 25.08.2026
Das PNOG schürt Zukunftsangst!
4. Beratung abschaffen, Begleitung verordnen – und niemand fragt: Wer soll das leisten?
Der Referentenentwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sorgt bei den Mitgliedern des Bundesverbandes Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen …
Podiumsdiskussion zur Zukunft der Pflege in Göttingen: „Die Einsicht, dass das PNOG verändert werden muss, ist da – jetzt müssen Taten folgen!“
Das PNOG schürt Zukunftsangst!
Das PNOG schürt Zukunftsangst!